Herzlich willkommen beim
Bürgerverein Flottbek-Othmarschen
Geschäftsstelle : Frau Annegret Stuhr, Waitzstraße 26, 22607
Hamburg,
Ruf / Fax: (040) 890 77 10
dienstags von 17 Uhr bis 19 Uhr, donnerstags von 9 Uhr bis 12 Uhr
Sprechstunde des Vorstandes: an jedem zweiten Montag im Monat um 18 Uhr
www.bvfo.de - E-Mail: info at bvfo Punkt de
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Programm des Monats Januar 2012
Damenkaffee
am Dienstag, dem 10. Januar 2012, um 15 Uhr
Unser erster Kaffeenachmittag im neuen Jahr findet wieder in der Elbschloss-Residenz, Elbchaussee 374, statt.
Egal wie das Wetter sein wird: mit dem Bus 286 oder mit dem Schnellbus 36 kommt man direkt bis vor die Haustür.
Anmeldung erbeten bei Frau Lau, Tel: 890 70 345.
Wanderung
am Sonnabend, dem 21. Januar 2012
In den Hamburger Osten: via Mittlerer Landweg, Glocken- und Malermuseum, Billwerder Billdeich, Billewanderweg,
Walter Hammer-Weg, Bergedorf.
Treffpunkt: S-Bahn Othmarschen um 10.05 Uhr.
Ausfahrt
am Freitag, 20. Januar 2012, 8.45 Uhr ab Statthalterplatz
Zu Kunstausstellungen nach Bremen. Bremer Kunsthalle: „Edvard Munch – Rätsel der Leinwand“
und Kunstsammlungen Böttcherstraße: Oda Krohg, Malerin und Muse im Kreis um Edvard Munch“.
Kosten: € 20 für die Busfahrt, € 25 für Nichtmitglieder,
€ 9 Eintritt Kunsthalle (Gruppenpreis), Führung: € 5 (Gruppen bis 20 Personen),
€ 3 Eintritt Kunstsammlungen Böttcherstraße.
Mittagessen geplant im Restaurant Friesenhof am Schütting.
Rechtzeitige Anmeldung bei Frau Stuhr erbeten.
Vortrag
am Donnerstag, dem 19. Januar 2012, um 17 Uhr
in der VHS West, Waitzstr. 31, Raum 2,
mit Frau Jutta Haar mit „Wertvollen Tipps“ für das neue Jahr.
Bitte melden Sie sich bei Frau Stuhr bis zum 17.01. an.
MAGNET 52
Kaiser-Besuch in Flottbek-Othmarschen
Die Kaiserin Auguste Viktoria – Foto: H.-H.Ahrens / H.Brandes
Am 26. August 1911 fuhr er durch unser Gebiet zum Manöver auf dem damaligen Exerzierplatz, dem heutigen DESY-Gelände.
Mit der 1892 auf der Vulcan Werft in Stettin gebauten Kaiseryacht ‚SMY Hohenzollern’, einem Schraubendampfer, der mit seinem
Rammbug auch als Kriegsschiff eingesetzt werden konnte, landete er zunächst in Neumühlen.
Mit je einer Pferdekutsche für den Kaiser, die Kaiserin Auguste Viktoria und den Kronprinzen Friedrich Wilhelm ging es,
vorbei am Altonaer Rathaus, dem ehemaligen südlichen Endbahnhof der Christian VIII.-Ostseebahn, über die Elbchaussee –
Parkstraße – durch die von Ferdinand Ancker geschaffene Villenkolonie ‚Neu Othmarschen’ – über Bahnhofstraße (heute: ‚Groß
Flottbeker Straße’) – Prinz-Albrecht-Straße (heute: ‚Zum Hünengrab’ zum Bahrenfelder Exerzierplatz.
Flottbek-Othmarschen begrüßt den Kaiser – Foto: H.-H.Ahrens / H.Brandes
Zu Ehren des Kaisers hatte der nach dem damaligen Drei-Klassenwahlrecht gewählte preußische Gemeindevorsteher Joachim
Lüdemann, an den noch heute der Straßenname ‚Lüdemannstraße’ erinnert, an der Stelle, an der der westliche Arm der
Flottbek (heute: etwa südlich der ‚Grottenstraße’) die Parkstraße kreuzte, eine Prunkpforte aufgestellt. Die Häuser waren
geschmückt. Dreihundert Schülerinnen der 1901 gegründeten und von Bertha Uhl geleiteten Kuratoriumsschule standen in weißen
Kleidern Spalier. Ein Schulbesuch fand allerdings nicht statt. Joachim Lüdemann erhielt für seine eindrucksvolle Organisation
der Begrüßung den Königlich-Preußischen Königsorden.
Das Jenischhaus zu Kaisers Zeiten – Foto: H.-H.Ahrens / H.Brandes
Es herrschte ‚Kaiserwetter’, das heißt sonniges Wetter, denn der Kaiser liebte geeignete Lichtverhältnisse für seine
Selbstdarstellungen in Film- und Photoaufnahmen, so dass die Aussage ‚Majestät brauchen Sonne’ zum geflügelten Wort wurde.
Nach dem Manöver und der Parade fuhr der Kaiser am Nachmittag über die Holztwiete zum Eingang Hochrad des Jenischparkes.
Die um 16 Uhr übliche Teestunde fand bei Frau Thyra Rücker, der Frau von Martin Johan Rücker Freiherr von Jenisch, dem
Urenkel des Senators Martin Johan Jenisch dem Älteren, statt. Martin Johan Rücker war durch das Jurastudium, die
gemeinsame Mitgliedschaft im Bonner Corps Borussia und als Vortragender Rat im Auswärtigen Amt dem Kaiser gut bekannt. Man
saß auf der mit einer Balustrade versehenen Terrasse an der Elbseite des Hauses. Der Kaiser selbst trank allerdings keinen
Tee, sondern verspeiste Apfelstücke. Er besichtigte anschließend das Jenischhaus, nicht aber die Gartenanlage. Die
Balustrade wurde später abgebrochen, so dass der Platz entstand, auf dem alljährlich unser Offenes Singen stattfindet.
Anschließend fuhr die ‚Hohenzollern’ zur Insel Helgoland, die 1807 von den Engländern besetzt, als Kolonie in das Vereinigte
Königreich Großbritannien und Irland eingegliedert worden war und 1814 im Kieler Frieden dem Inselstaat zugeschlagen wurde.
Erst 1890 gelangte der Buntsandsteinfelsen im Helgoland-Sansibar-Vertrag wieder an Deutschland, so dass der Deutsche Kaiser
hier besonders begeistert empfangen wurde.
Dieser Bericht stützt sich unter anderem auf Einzelheiten, die unser langjähriges Mitglied Herr Dr. Hans-Herbert Ahrens von
Zeitzeugen, nämlich der Tochter des Gemeindevorstehers Joachim Lüdemann und einem Matrosen der Kaiserlichen Yacht, der bei
seinen Eltern auf Altenwerder in Logis war, erfahren hatte und die er mir dankenswerterweise in einem Gespräch in seiner
Neugrabener Studierstube mitgeteilt hat.
Harald Brandes
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.8, S.4-5)
33. Deutscher Evangelischer Kirchentag
Unser Mitglied Alexandra Lee Walter, Tochter unseres Vorsitzenden Manfred Walter, lebt in Dresden. Sie schickte uns den
folgenden Bericht über den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden, Hamburgs Partnerstadt, den wir unseren Leserinnen
und Lesern hiermit gern weitergeben:
„Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein“ – Mt 6, 21
„… da wird auch dein Herz sein“. So lautete das Leitmotiv des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT) 2011. Dieser
fand in der Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen, in Dresden, statt.
Über 100.000 Dauergäste und dazu noch täglich 40.000 Besucher aus der näheren Umgebung wurden in den fünf Tagen vom 1.- 5.
Juni gezählt. Ein vielfältiges Programm inspirierte vor allem die jungen Christen, sich auch in Zukunft mutig für
unterschiedlichste Lebensthemen einzusetzen.
Der Gau in Fukushima, der danach vehement geforderte, schnelle Atomausstieg und die Folgen, der Klimawandel, Hunger in der
Welt, soziale Ungerechtigkeit, Altersarmut sowie aktuelle Ereignisse, wie die toten Soldaten beim Bundeswehr-Einsatz in
Afghanistan und der gefährliche EHEC-Erreger waren die bestimmenden Themen auf dem Kirchentag.
Zum Abschluss-Gottesdienst beidseitig des Dresdner Elbufers wurde unter anderem bilanziert, dass evangelische Christen eine
starke Gemeinschaft bilden und durch ihre Stimme eine Kraft haben, die künftig noch mehr Gehör – auch in politischen
Zusammenhängen – finden sollte.
Der kommende DEKT wird 2013 ein paar hundert Kilometer nördlich – immer entlang der Elbe – in Dresdens Partnerstadt, der
Hansestadt Hamburg, stattfinden.
Dann präsentiert sich dort die Nordkirche. Diese wird sich nächstes Jahr zu Pfingsten aus den evangelisch-lutherischen
Kirchen in ganz Norddeutschland zusammenschließen. Rund 730.000 Menschen von Schleswig-Holstein bis nach
Mecklenburg-Vorpommern bilden dann eine neue Gemeinschaft in ihrer gemeinsamen Heimat … denn wo dein Schatz ist, da wird
auch dein Herz sein.
Alexandra Lee Walter
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.7, S.9-10)
Die alte Schule Röbbek – Foto: H. Brandes
Seit dem Jahr 2005 steht das alte Schulgebäude am Röbbek 4 leer und gammelt vor sich hin. Bei dem 1874 erbauten und bis
1905 um Anbauten erweiterten Gebäude handelt es sich um die alte Schule und Turnhalle des ehemaligen Dorfes Groß Flottbek.
Momentan wird nur die Turnhalle von der „Groß Flottbeker Spielvereinigung“ genutzt und einigermaßen in Schuss gehalten.
Ansonsten verrottet und verwildert der Rest. Immer wieder kamen Diskussionen über die zukünftige Nutzung auf.
Nun kommt Bewegung in die Angelegenheit und deshalb hat sich unser Bürgerverein eingeschaltet. Im Februar 2012 soll
entschieden werden, wie es weitergeht, weil dann der Schulentwicklungsplan aussagen wird, ob das Gebäude für eine
Erweiterung der Grundschule Windmühlenweg notwendig ist, da die Schule selbst keine Anbauflächen hat. Deshalb könnte eine
Auslagerung von Klassen in das alte, dann sanierte Gebäude erfolgen. Sollte dies nicht nötig sein, steht dann ein Verkauf
an einen Investor im Raum, der auf dem gesamten Areal Wohnungsneubauten vornehmen könnte. Hier stellt sich allerdings die
Problematik, dass zumindest aus heutiger Behördensicht ein Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes nicht in Frage kommt,
so laut Wochenblatt Daniel Stricker von der Hamburger Finanzbehörde. Damit wird ein Verkauf wohl sehr schwierig.
Eine weitere Variante, die offensichtlich von der zuständigen Altonaer Bezirksversammlung geprüft wird, ist zum Beispiel
die Vergabe des Gebäudes an soziale Wohnprojekte.
Rückansicht des alten Schulgebäudes – Foto: H. Brandes
Uns als Bürgerverein interessiert nun Ihre Meinung: was halten Sie von diesen Nutzungsmöglichkeiten? Was haben Sie für
Vorstellungen und Vorschläge? Schreiben Sie uns Ihre Meinung. Wir werden in den nächsten Ausgaben von „Unser Blatt“ darüber
berichten und bleiben in dieser Angelegenheit am Ball.
Rainer Ortlepp
(aus: UNSER BLATT 2012, Nr.1, S.4)
Frau Hedwig Sander zum 80. Geburtstag
Das Wandern ist Frau Sanders Lust,
das Wandern nimmt uns allen Frust,
das Wandern.
Da kann es frieren Stein und Bein,
bei Regen oder Sonnenschein
geht’s mit Frau Sander wandern,
Frau Sander.
Die Geburtstagswandergruppe um Frau Sander in Rade – Foto: H. Brandes
Diese Strophe, nach dem bekannten Wanderlied des Müllers zu singen, ist ein Motto für Frau Sanders Tätigkeit in unserem
Bürgerverein Flottbek-Othmarschen. Allmonatlich bietet sie seit zwei Jahrzehnten den Mitgliedern eine Wanderung in die
nähere oder weitere Umgebung Hamburgs an. Ihre Wandervorschläge sind stets den jahreszeitlichen Bedingungen der Wanderwege
und der Tageslänge angepasst. Akribisch wandert sie die jeweilige Strecke vor, informiert sich über die Angebote der
öffentlichen Nahverkehrmittel, sucht ein gemütliches Restaurant für Mittagessen sowie Kaffeetrinken aus und verfasst einen
anregenden Artikel für ‚Unser Blatt’. In diesem Halbjahr wanderten wir entlang der Alster von den St. Pauli Landungsbrücken
über die Krugkoppelbrücke bis nach Ohlsdorf, von Blankenese über den Falkenstein nach Rissen, von Farmsen entlang der
Berner Au und durch den Eichtalpark bis nach Wandsbek, von Rissen über Wedel bis zum Schulauer Fährhaus, zur Baumblüte
über die Elbinsel Finkenwerder, rund um den Großen Eutiner See und von Ohlstedt auf der Trasse der ehemaligen
Alt-Rahlstedter-Wohldorfer Eisenbahn durch den Wohldorfer Wald bis nach Rade. Der Brunsberg in der Lüneburger Heide, der
Ratzeburger See, der Elbuferweg bis Lauenburg und die Holmer Sandberge waren Ziele der vergangenen Jahre.
Auch mehrtägige Wanderungen, so über den Thüringer Rennsteig von der Werra bis zur Saale, im Harz, durch den Teutoburger
Wald sowie über das Eggegebirge und im Deister bewältigte sie mühelos die Tagesetappen und studierte außerdem die
Sehenswürdigkeiten, die am Wege lagen, wie die Johanniterkirche in Nidda und die Baumannshöhle in Rübeland.
Am Abend wurde dann in der Wandergruppe das Kartenspiel, wie Canasta, gepflegt. Auch in Hamburg widmet sie sich an jedem
ersten Donnerstag im Monat dem Kartenspiel mit den Mitgliedern unseres Bürgervereines. Firm ist sie auch im Skatspiel und
konnte bei den Turnieren der Freiwilligen Feuerwehr Flottbek manchen Preis nach Hause tragen.
Souverän begeistert sie an jedem zweiten Mittwoch die Teilnehmer ihres Französisch-Gesprächskreises durch ihre profunden
Sprachkenntnisse sowie durch ihre vielseitige, oft an der Tagespolitik orientierte Themenwahl.
Ebenso unentbehrlich ist sie im Plattdüütsch Kring. In der November-Veranstaltung trägt sie durch ihre plattdeutschen
Rezitationen zum Gelingen der Veranstaltung bei. Mit kräftiger Stimme gestaltet sie an diesen Abenden die vorgetragenen
plattdeutschen Lieder mit.
Eine ihre Spezialitäten ist jedoch die plattdeutsche Glosse auf der letzten Seite der Vereinszeitung ‚Unser Blatt’. Immer
wieder bekommt man von den Mitgliedern zu hören: „den Beitrag von Frau Sander lese ich immer zuerst“.
Unsere Vereinszeitung ist aber auch sonst ihre Domäne. Anfang jedes Monats gibt sie in der Redaktionskonferenz Anregungen
und äußert Gestaltungsvorstellungen. Akribisch durchsucht sie das Blatt auf Schreibfehler, gibt aber auch Anregungen bei
ungeeigneten Formulierungen.
In der ihr eigenen Vielseitigkeit hat sie auch bei der Gründung des Archivvereines unseres Bürgervereines mitgeholfen.
In ihrer Eigenschaft als zweite Vorsitzende des Bürgervereines Flottbek-Othmarschen wirkt sie in den Vorstandsitzungen und
in den Sitzungen des Zentralausschusses Hamburgischer Bürgervereine von 1886 mit Sachkenntnis, sorgfältiger
Beobachtungsgabe und manchen Anregungen mit. Souverän leitete sie die Veranstaltungen zum siebenhundertsten Jubiläum
Flottbeks.
Sie kümmert sich aber auch um die einzelnen Mitglieder, besucht am Monatsanfang den Stammtisch in der ‚Dübelsbrücker Kajüt’
und gratuliert den Altersjubilaren mit einem Blumenstrauß.
So nimmt es nicht wunder, dass sie in Anerkennung ihrer vielseitigen Aktivitäten im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses
im Beisein des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg vom Vorsitzenden des Zentralausschusses Hamburgischer
Bürgervereine den Portugaleser ‚Bürger danken’ in Bronze im Jahre 2009 überreicht bekam.
Dieses Ereignis war zugleich Anlass, in ‚Unser Blatt’/Ausgabe Juli 2009 über ihren Lebenslauf zu berichten.
Alle Mitglieder danken Frau Sander für ihren umfangreichen und erfolgreichen Einsatz für die Belange unseres
Bürgervereines.
Zu ihrem 80. Geburtstag gratulieren wir ihr sehr herzlich, wünschen viel Gesundheit und weiterhin frohes Schaffen in und
für unsere Gemeinschaft.
Herzlichen Glückwunsch!
Harald Brandes
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.8, S.4)
zurück zu den Gratulationen und Ehrungen
Lieselotte Simmon ist tot
Die Nachricht traf uns ganz unerwartet, waren wir vom Plattdüütsch Kring doch noch in der Woche zuvor mit ihr zusammen
auf Vierlandenfahrt gewesen!
Über 40 Jahre hat Lieselotte (Lilo) Simmon dem Verein angehört. Als sie im März 1971 beitrat, bekam sie schnell Gelegenheit,
ihren Ehemann Gerhard Simmon (der seit Jahren 1. Vorsitzender war), tatkräftig zu unterstützen. Das tat sie auch, stets
war sie bereit, einzuspringen, wenn es besondere Arbeit gab. So wurde sie bald gebeten, im Vorstand mitzuwirken. Im April
1978 wurde sie zur Schatzmeisterin gewählt und übte das Amt vier Jahre aus. Danach beteiligte sie sich bis zum Jahre 2006
als Beisitzerin an der Vorstandsarbeit, betreute insbesondere die Mitglieder, gratulierte zu besonderen Geburtstagen und
ließ ihnen kleine Geschenke zukommen.
Auch im Sozialwerk des Bürgervereins war ihre Hilfe willkommen: Wenn vor Weihnachten Geschenke für Bedürftige besorgt und
verpackt werden mussten, war sie tatkräftig dabei, und da sie ein Auto zur Verfügung hatte, fuhr sie die Pakete anschließend
aus.
Bei allem kam ihre Familie nicht zu kurz. Ihre drei Töchter wuchsen zu tüchtigen jungen Frauen heran. Und auch für Freunde
hatte sie Zeit.
Für ihren unermüdlichen Einsatz wurde Lilo Simmon nach 25 Jahren ehrenamtlicher Vereinsarbeit mit dem Portugaleser in Bronze
„Bürger danken“ ausgezeichnet.
Auch nach dem Ausscheiden aus dem Vorstand blieb sie im Verein aktiv. Nun konnte sie sich mehr ihrer Liebe für die
plattdeutsche Sprache widmen. Ganz regelmäßig kam sie zum „Plattdüütsch Kring“, brachte Bücher, Zeitungsbeiträge und
Gedichte zur Lektüre mit und trug selbst unnachahmlich eindrucksvoll vor, wenn z.B. ein Vortragsabend „op Platt“ in der
Ernst und Claere Jung-Stiftung anstand.
Lieselotte Simmon wurde 87 Jahre alt. Sie starb am 23. August nach einem Herzinfarkt. Wir werden sie nicht vergessen.
Hedwig Sander
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.11, S.5)
Nachruf auf Prof. Dr. Werner Selberg
Herr Professor Dr. med. Werner Selberg ist am 9. August 2011 kurz nach seinem 98. Geburtstag verstorben.
Über 38 Jahre war Herr Professor Selberg Mitglied unseres Vereins und hat nach seiner Pensionierung als Chefarzt des
Pathologischen Institutes und als Ärztlicher Direktor im Allgemeinen Krankenhaus Barmbek den Bürgerverein
Flottbek-Othmarschen aktiv unterstützt.
Neben seiner wissenschaftlichen, beratenden und gutachterlichen Tätigkeit, die er für die Gesundheitspolitik wahrnahm, hat
Herr Professor Selberg 10 Jahre, von April 1986 bis April 1996 als Beisitzer im Vorstand unseres Bürgervereins gewirkt.
Dem Kommunalausschuss, dem er sich eng verbunden fühlte, hielt er bis vor wenigen Jahren die Treue, nahm regelmäßig an den
Sitzungen teil und hatte stets interessante Beiträge bereit.
Mit seiner großen Lebenserfahrung, seiner liebenswürdigen Art und seinen aktuellen Informationen über Politik und
Gesellschaft wies Herr Professor Selberg immer wieder auf die Notwendigkeit eines guten Integrationskonzeptes und das
Zusammenleben mit Bürgern aus verschiedenen Kulturen hin.
Sein großes, ehrenamtliches Engagement machte ihn zum Vorbild für Viele.
Wir trauern mit seiner Familie und denken in Respekt und Dankbarkeit an Herrn Professor Selberg zurück.
Manfred Walter
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.11, S.5)
Dr. Hans-Herbert Ahrens - 100 Jahre alt
In Francop, einem Teil Hamburgs mit noch überwiegend dörflichem Charakter, wohnt Herr Dr. Ahrens mit seiner Gattin Georgette
und hat vom Balkon vor seinem Arbeitszimmer einen weiten Blick über grünes Land. In den Räumen Bücher über Bücher.
Zwei Stunden verflogen geradezu im gemeinsamen Gespräch mit dem Neffen, Herrn Harald Frey, und es hätte noch länger dauern
können, um weitere Einzelheiten des Lebensweges des Jubilars zu hören. Geboren im Dorf Altenwerder – heute steht nur noch
die Kirche als Erinnerung und Denkmal - wuchs Hans-Herbert Ahrens in einer tief religiösen Familie mit drei jüngeren
Schwestern auf. Er hat gute Erinnerungen an seine Kindheit, besonders an seinen erfolgreichen Vater und die Großeltern in
der Weserniederung, im Oldenburgischen und in Delmenhorst. Nach der Grundschule besuchte Hans-Herbert, der schon früh in die
Baptistengemeinde integriert war, das Real-Gymnasium in der Königstraße in Altona bis zum Abitur. Vor dem Studienbeginn
erhielt Herr Dr. Ahrens die Erwachsenentaufe vor der Gemeinde. Die Ferien in Westerstede bei seinem Großvater sind
unvergessen, insbesondere, weil er dort ein Fahrrad geschenkt erhielt. Fahrräder haben ihn sein ganzes Leben begleitet, so
z.B. während seiner Studienzeit bei einer Alpenfahrt bis Graubünden von Hamburg und zurück. Oder bei einer Fahrt zur
Konferenz der Baptisten-Jugendbewegung in Riga über Dänemark und Schweden. Studiert hat Hans-Herbert Ahrens in Tübingen und
Hamburg Deutsch, Geschichte und Theologie, und wurde auch in Hamburg 1939 zum Dr. phil. promoviert.
Noch im gleichen Jahr konnte Dr. Ahrens, vor seiner Einberufung zur Wehrmacht, in Kopenhagen einen Vortrag über einen
bedeutenden Baptisten-Missionar halten. Dann wurde er nach einem Lehrgang in Lübeck mit einer Nachrichteneinheit nach
Belgien verlegt, lernte in Brüssel als Dolmetscher seine spätere Frau kennen, musste weiter nach Holland, wo er beim
Fußballspiel so schwer verletzt wurde, dass er ein halbes Jahr im Lazarett lag. In der Zwischenzeit war seine Einheit nach
Leningrad verlegt, und der Soldat Ahrens hatte das Glück, nach Frankreich, nördlich von Paris, und später in die Normandie
versetzt zu werden. Bei der Ardennenoffensive kam Herr Dr. Ahrens in amerikanische Kriegsgefangenschaft, reiste danach durch
das besetzte Deutschland und erhielt nach der Entnazifizierung eine Lehrerstelle in Nienburg an der Weser zugewiesen. Dort
unterrichtete er etwa drei Jahre und befasste sich bereits mit Heimatgeschichte. Ein veröffentlichter Bericht über Bruno
Emanuel Quaet-Faslem (Architekt, Abgeordneter, Ehrenbürger und Senator) ist noch in seinem Archiv.
Anfang der 50er Jahre kam Dr. Ahrens wieder nach Hamburg, um an der Schlee-Schule zu unterrichten. Mit seinen Schülern am
Ernst-Schlee-Gymnasium unternahm er viele Jahre Reisen zu Arbeitseinsätzen der Kriegsgräberfürsorge in Frankreich und wurde
dafür später im Hamburger Rathaus vom Bürgermeister der Stadt St. Quentin zu dessen Ehrenbürger ernannt.
Mit seiner späteren Frau hatte er in all den Jahren immer wieder lockeren Kontakt, u. a. bei einer Ausstellung in Gent 1955,
zu der er bei strömendem Regen mit seiner NSU-Lambretta gefahren war. Mittlerweile haben Georgette und Hans-Herbert Ahrens
längst die Goldene Hochzeit gefeiert, und ohne seine Frau ist Herr Dr. Ahrens nicht zu denken. Nach wie vor beschäftigt er
sich mit geschichtlicher Literatur und liest sehr aufmerksam auch „Unser Blatt“. Hoch geehrt durch weitere Auszeichnungen
wie den „Portugaleser“ und die „Thünen-Medaille“ von Tellow können wir nur staunen über den Lebensweg und das Lebenswerk
von Herrn Dr. Hans-Herbert Ahrens. Der Bürgerverein Flottbek-Othmarschen wünscht ihm mit seiner Frau auch für das neue
Lebensjahr alles erdenklich Gute.
Manfred Walter
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.11, S.5)
zurück zu den Gratulationen und Ehrungen
Pastor em. Christian-Heinrich Gerlach wurde 80!
Im engen Familien- und Freundeskreis hat Herr Pastor Gerlach seinen 80. Geburtstag Ende November bei guter Gesundheit
dankbar gefeiert. Auf diesem Wege gratulieren wir dem Jubilar nachträglich sehr herzlich und wünschen ihm ein gutes und
weiter gesundes neues Lebensjahr.
Herr Christian-Heinrich Gerlach ist seit über vier Jahrzehnten Mitglied unseres Bürgervereins, hat zeitweise im
Vorstand mitgearbeitet, uns stets mit Hinweisen und Ratschlägen begleitet und insbesondere unser Sozialwerk treu unterstützt.
Dafür danken wir an dieser Stelle außerordentlich.
In Zoppot bei Danzig geboren, wuchs Christian-Heinrich Gerlach in Dithmarschen auf und machte 1952 sein Abitur in Husum.
Er studierte in Kiel, Tübingen und Hamburg und erhielt seine erste Pfarrstelle in Volksdorf. 1964 erfolgte dann der Wechsel
zur Christuskirche nach Othmarschen, wo er bis 1995 als Pastor wirkte.
Über 30 Jahre in und mit einer Gemeinde prägen beide Seiten. Pastor Gerlach war in diesen vielen Jahren nicht nur
Seelsorger, sondern auch Manager, Bauunternehmer und Reiseleiter. Nebenamtlich hat er als Militärpfarrer zusätzlich neun
Jahre im Standort Hamburg gewirkt. Ab 1970 gehörte er dem Vorstand der „Ernst und Claere Jung-Stiftung“ an und übernahm
ehrenamtlich, nach dem Tod des Stifters, die Geschäfte des Vorsitzenden bis 2005.
Sowohl als Pastor der Christuskirchengemeinde wie auch als Vorstandsvorsitzender der Stiftung hat Christian-Heinrich Gerlach
Zeichen gesetzt. Offene Jugendarbeit, Haus Hanna, Bau des Gemeindezentrums, Seniorenarbeit mit großer Beteiligung, Reisen
nach Israel und auf den Spuren des Apostels Paulus oder Behindertenarbeit sind u. a. zu erwähnen. Und daneben
Mitarbeiterförderung zum Erzielen hoher Pflege-Qualität unter veränderten Marktbedingungen, Zertifizierung, bauliche
Umgestaltung in der Seniorenanlage und Förderung der Bewohner durch Bibelkreise und Teilhabe an öffentlichen Vorträgen.
Ein reiches Lebenswerk, auf das Herr Pastor em. Gerlach mit Freude zurückschauen kann. Gelungen ist dies alles, weil an
seiner Seite stets eine vorbildliche Pfarrfrau wirkte und unterstützte. Deshalb gebührt Frau Erika Gerlach ebenfalls Lob und
Dank.
Manfred Walter
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.12, S.8)
zurück zu den Gratulationen und Ehrungen
Ein Abschied, noch ohne Schlusspunkt!
In einem festlichen und dennoch fröhlichen Gottesdienst hat Probst Dr. Gorski den Gemeindepastor Andreas Zühlke am
30. Oktober 2011 von seinem Amt entpflichtet.
28 Jahre hat Herr Pastor Zühlke für die Melanchthon-Gemeinde treue Dienste geleistet, u. a. Kinder und Erwachsene getauft,
Konfirmanden eingesegnet, Trauungen vorgenommen sowie bei Trauerfeiern und Begräbnissen Trost und Zuversicht gegeben. Vor
allem jedoch mit seinen Predigten im Gottesdienst die Gemeinde immer wieder auf den zentralen Punkt des christlichen
Glaubens hingeführt. Ein Seelsorger, wie man sich einen solchen wünscht!
Andreas Zühlke ist im Kreis Lüchow-Dannenberg aufgewachsen, studierte Theologie in Loccum und war in Hannover-Vahrenheide
Vikar. Knapp zwei Jahre in Fischbek, Kirchenkreis Harburg tätig, wechselte er unter dem ehemaligen Bischoff Wölber in die
Hamburgische Landeskirche über und trat ein Pfarramt in der Apostelkirche, Eimsbüttel, an. 1977 brannte diese Kirche ab und
es galt, mit den benachbarten Kirchengemeinden eine Neugliederung zu schaffen sowie die Feuerschäden zu heilen.
Im Sommer 1983 übernahm Pastor Zühlke das Amt des Gemeindepastors in der Melanchthonkirche, nachdem sein Vorgänger bereits
1982 die Gemeinde in schwieriger Situation verlassen hatte. In zäher Beharrlichkeit gelang ihm, gemeinsam mit dem
Kirchenvorstand und engen Mitarbeitern, ein Neuanfang. Die Abgabe des ehemaligen Gemeindehauses Ebertallee 55 an das
Brahms-Konservatorium, die Erreichung eines langfristigen Kredits für den An- und Umbau bei der Kirche, die Umstellung der
Stromversorgung auf Solarenergie etc., waren Herausforderungen neben der üblichen Arbeit eines Pfarrers. Dazu kam die
Bevölkerungsentwicklung sowie die Verringerung der Gemeinde wie überall. Heute zählt die Gemeinde rund 2000 Mitglieder,
die ein enges Verhältnis zu ihrer Kirche haben. Daher sind die Gottesdienste stets erfreulich gut besucht.
Zeit für Fortbildung und Seminare war knapp. So informierte sich Herr Pastor Zühlke bei den abgestellten Vikaren über die
Neuerungen in der Landeskirche und der Lehre. Auch der Austausch mit der Lutherkirche und anderen Kollegen brachte neue
Erkenntnisse für die Arbeit in der Gemeinde.
Mit regelmäßiger und manchmal spontaner privater Unterstützung gelang die Kunst, die vielen Angebote der Kirche für Jung und
Alt durchzuführen. Dazu kam viel ehrenamtliche Arbeit von Gemeindemitgliedern und auch Hauptamtlichen. Unabhängig davon
wurden die Projekte Tschernobyl-Kinder (gemeinsam mit der Lutherkirche), Kontakte und Treffen hier und dort mit der
Gemeinde Barth und vor allem „Vergessene Nachbarn“ mit der Verlegung von Stolpersteinen und der Dauerausstellung ein
Herzensanliegen von Pastor Zühlke.
Da zwei vom Kirchenvorstand für das Pfarramt ausgesuchte Kandidaten leider absagten, ist eine neue Stellenanzeige im Oktober
veranlasst worden. Die Gemeinde erhofft sich eine Neuwahl möglichst noch vor Weihnachten, so dass eine Nachfolge im
beginnenden Frühjahr angetreten werden kann. Die Zeit der Überbrückung ist durch Herrn Pastor Zühlkes Bereitschaft
mitzuhelfen, gesichert.
Der Bürgerverein Flottbek-Othmarschen sagt Dank an den „scheidenden“ Pastor für all` die Jahre guter Zusammenarbeit, wie
z.B. bei der Durchführung des „Offenen Singens“ im Jenischpark durch die kirchlichen Musikkreise, Unterstützung unserer
Adventskreise durch Musik oder die Mithilfe in der Arbeitsgemeinschaft Flottbeker Vereine und die Verbindung mit unserem
Sozialwerk in besonderer Weise. Dieses Dankeschön gilt auch der Familie und speziell Frau Zühlke. Nur mit einer starken
privaten und persönlichen Unterstützung kann ein Pastor so Vieles leisten. Der spontane Beifall „Ihrer“Gemeinde in der
übervollen Kirche am 30.10. kam von Herzen.
Alles Gute für irgendwann ruhigere und private Tage für Sie, verehrtes Ehepaar Zühlke!
Manfred Walter
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.12, S.6)
zurück zu den Gratulationen und Ehrungen
Burkhard Nehmiz 25 Jahre Kantor der Melanchthonkirche
‚Alle Jahre wieder’ erklang es um 17 Uhr am Freitag vor dem zweiten Advent in der unteren Ebene des Bahnhofes Altona und
veranlasste Musikfreunde, Mitglieder unseres Bürgervereines und Kommunalpolitiker, den Klängen der Posaunenchöre des
Kirchenkreises Hamburg West/Südholstein zu lauschen. Selbst eilige Reisende verharrten, um die hier gebotene
vorweihnachtliche Stimmung zu genießen. Initiiert wurde dieses einstündige Konzert 1950 von Frau Kantorin Renate Böß zur
Begrüßung der Gäste aus der DDR, die Verwandte besuchten. Dirigiert wird es seit nunmehr fünfundzwanzig Jahren von Herrn
Burkhard Nehmiz, Kantor und Organist an unserer Melanchthonkirche.
In diesem Jahr gehört dieses Konzert zugleich in die Reihe der musikalischen Aufführungen, die Herr Nehmiz anlässlich
seines 25jährigen Chorleiter- und Organistenjubiläums an der Melanchthonkirche gestaltet.
1958 in Niebüll, dem Tor zu den Nordfriesischen Inseln, geboren, studierte er an der Musikhochschule in Lübeck, wirkte zwei
Jahre lang als Kantor an der St. Jürgen-Kirche in Flensburg, sang unter der Leitung von Matthias Janz im Bachchor der
Flensburger Marienkirche und trat am 1. Januar 1987 die Organistenstelle an der Großflottbeker Melanchthonkirche an.
Seine Fachkompetenz, seine fröhliche und mitreißende Dirigierweise, Kontaktfreudigkeit und Begeisterungsfähigkeit ließen
ihn schnell zu einem Mittelpunkt des Gemeindelebens werden. Er führte die Tradition des vor 94 Jahren an der Lutherkirche
gegründeten Posaunenchores fort und entwickelte unter seinem Motto ‚befristete Projekte – vier Proben, ein Konzert – mit
niederschwelligem Angebot’‚ zahlreiche Projekte: den Spatzenchor, den Familienchor für Eltern der Kinder des Spatzenchores,
den Seniorenchor, den ‚Chor ohne Namen’, der bei der Begehung des Kreuzweges mit Herrn Pastor Zühlke mitwirkte. Aus ihm
erwuchs der ‚Kleine Chor’, dessen fünfzig Mitglieder am 12. Februar 2012 den fünften Chorgeburtstag feiern werden. Der
‚Flötenprojektchor 2011’ und die anderen Flötengruppen sowie die 1900 Flöten der Orgel gestalten das 5. ‚Große Flötenfest
mit 2000 Flöten’ am dritten Advent zum 54. Geburtstag der 1958 eingeweihten Göttinger Ott-Orgel.
Posaunenbläser und Choristen wirken in der ‚Nacht der Chöre in der Hamburger Hauptkirche St. Petri’, beim ‚Chortreffen der
fusionierten Landeskirchen’ in Greifswald und dreimal im Jahr bei ‚Wort und Musik’ in der Melanchthonkirche mit. Gemeinsam
mit dem ‚Orchester aus Freunden und Freundinnen der Kirchenmusik’ sangen sie bei der Aufführung von Karl Jenkins 'Requiem'
im November 2011 sowie bei Mozarts ‚Requiem’.
Festgehalten wurde die Musik auch auf einer CD mit 25 adventlichen und weihnachtlichen Liedern.
Bei der von Emil Handke in Barth, der mecklenburgischen Partnergemeinde des damaligen Kirchenkreises Altona, begründeten
‚Orgelnacht’ ist Herr Nehmiz ebenfalls als Organist beteiligt. Seinem Posaunenchor begegnen wir auch bei Seniorenfeiern
und Firmenjubiläen, so zum Beispiel beim hundertjährigen Jubiläum der Bahrenfelder Firma ‚Fitz hat’s’.
Fürsorglich kümmert sich Herr Nehmiz um seine Frau, die ehrenamtlich an der Max-Brauer-Schule mitarbeitet und seine drei
Kinder, die Pädagogik in Münster, Medizin in Hamburg und Musik in Rostock studieren.
Sportlich fit hält Herr Nehmiz sich durch Teilnahme an Marathonläufen in New York, Berlin und Hamburg sowie mit dem Fahrrad
an den ‚Hamburger Cyclassics’. In 31 Tagen wanderte er 900 km auf dem Jacobsweg durch die Pyrenäen bis nach Santiago de
Compostela und zum Kap Finisterre.
Durch seine musikalische Arbeit mit 250 Musikfreunden pro Woche, seine Mitarbeit am Gemeindeboten und seine Anwesenheit im
Kirchenbüro an jedem Dienstag hat er stets guten Kontakt zu allen Gemeindemitgliedern.
Dankbar sind wir für die Mitwirkung seines Posaunen- und Seniorenchores beim alljährlichen ‚Offenen Singen’ unseres
Bürgervereines im Jenischpark.
Die Mitglieder des Bürgervereines Flottbek-Othmarschen gratulieren Herrn Burkhard Nehmiz sehr herzlich zum Jubiläum und
wünschen weiterhin gute Gesundheit und frohes Schaffen.
Harald Brandes
(aus: UNSER BLATT 2012, Nr.1, S.5)
zurück zu den Gratulationen und Ehrungen
125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Groß Flottbek
Am 5. Oktober 1886 wurde die Freiwillige Feuerwehr zu Groß Flottbek ins Leben gerufen. Weckruf wie auch letzte Anregung
empfingen damals die verantwortlichen Männer durch ein Feuer, das kurz vorher im Hause des Hinrich Ladiges am Röbbek
ausgebrochen war und die Sorge um viele mit Reet gedeckte Dächer der damals 32 Groß Flottbeker Häuser war sehr ernst.
So kam es dann zu der Versammlung am 5. Oktober 1886 „behufs Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Groß-Flottbek“.
Zur Eröffnung der Versammlung der 24 Männer hatte der Baumschulenbesitzer Wilhelm Staudinger auf die Notwendigkeit des
Feuerlöschwesens in Groß Flottbek besonders hingewiesen und ihre Ausübung als Ehrensache nachdrücklichst betont. Nach der
Verlesung des Reglements für freiwillige Feuerwehren meldeten sich alle 24 zur Gründungsversammlung erschienenen Männer
zur Aufnahme in die Freiwillige Feuerwehr zu Groß Flottbek.
Erster Wehrführer und Feuerwehr-Hauptmann war Wilhelm Staudinger vom 5. Oktober 1886 bis zum 6. November 1891. Dann
übernahm sein bisheriger Stellvertreter Ludolf Möhring das Kommando bis zum 12. Februar 1927.
Von der Gemeinde Groß Flottbek hatte die Freiwillige Feuerwehr das noch sehr kleine Spritzenhaus übernommen, ferner eine
Handdruckspritze mit den nötigen Saugschläuchen und Druckschläuchen. Der Steigerabteilung stand ein Steigerkarren zum
Transport der Leitern für reetgedeckte Häuser zur Verfügung. Zum Anbruch des neuen Jahrhunderts wurde das neue Gerätehaus
mit dem Steigerturm in der Baron-Voght-Straße gebaut, 1909 beschaffte die Gemeinde eine Handdruckspritze, dazu C-Schläuche
mit den damals eingeführten Storzkupplungen, ferner Gurte, Steigeleitern, Steigeleinen und weitere Geräte.
Die 1910 gekaufte 12 Meter lange Anhängeleiter war schon ein weiterer technischer Fortschritt – und außerdem: jeder
Feuerwehrmann einen Dienstrock!
Der erste Alarm unserer Wehrgeschichte war am Nachmittag des 15. März 1887. Rasch wurden die Pferde angespannt und in die
Bahrenfelder Tannen gefahren. Dort stand die Besitzung R. Jenisch in Flammen. Zusammen mit der Bahrenfelder Feuerwehr wurde
der Brand rasch gelöscht, so dass die Pferde wieder abgespannt werden konnten.
125 Jahre später heißt es bei der Hamburger Feuerwehr auch noch „abspannen“, wenn weitere Einsatzkräfte nicht mehr
erforderlich sind.
Nach wie vor befindet sich das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Groß Flottbek in der Baron-Voght-Straße. Wilhelm
Staudinger hatte recht behalten, dass der Feuerwehrdienst Ehrensache ist. Wir sind ehrenamtliche Helfer aus Überzeugung.
Jeder, der durch unsere Türen tritt, um sich der gemeinsamen Sache Feuerwehr anzuschließen, verändert sein Leben!
“Ehrenamt” klingt zwar verstaubt, aber ohne freiwilligen und selbstlosen Einsatz würde auch in einer modernen Gesellschaft
nichts laufen. Insofern lebt auch unsere Feuerwehr von überdurchschnittlichem persönlichen Engagement, welches heutzutage
nicht als Selbstverständlichkeit empfunden werden darf!
Für unsere Mitbürger sind wir 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr einsatzbereit. Wenn wir Hilfe leisten, geschieht dies
gänzlich auf freiwilliger Basis, was viele BürgerInnen verkennen, wenn sie unsere Hilfe in Anspruch nehmen. Selbst wenn ein
von uns abgearbeiteter Einsatz einmal vom Feuerwehramt als gebührenpflichtig abgerechnet werden sollte, geht kein Cent
davon in unsere persönliche Tasche!
Aktuell suchen wir noch engagierte MitbürgerInnen ab 17 Jahre mit ausgeprägtem Helfersyndrom. Unsere Dienstabende finden
jeden zweiten Freitag im Monat um 19:30 statt. Interessierte können sich vorab gerne im Internet unter
www.ff-gross-flottbek.de oder persönlich bei einem Dienstabend informieren.
Hendrik Böhm
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.9, S.4)
Graffiti an einem Vattenfall-Trafohäuschen
Auf einem Eckgrundstück, das vom Müllenhoffweg und dem Rilkeweg gebildet wird, steht in einem Wäldchen ein Trafohäuschen
der Firma Vattenfall, das sich mit seinem dunkelgrünen Farbanstrich ursprünglich gut in das natürliche Umfeld einfügte.
Anfang des Jahres besprühte ein Sprayer das Häuschen mit Graffiti. Mitglieder unseres Bürgervereins, die in der Nähe wohnen
und täglich das Trafohäuschen sehen, fühlten sich durch den häßlichen Anblick gestört. Unter Mitwirkung unseres
Bürgervereins erklärte sich die Firma Vattenfall bereit, auf ihre Kosten das Gebäude von einem anerkannten Künstler mit
Bildern bemalen zu lassen. Die Beteiligten hofften, dass der Sprayer die Malerarbeiten eines wirklichen Künstlers würdigen
und weiteres Sprayen unterlassen würde. Das Trafohäuschen wurde im Frühjahr von dem Maler auf allen vier Wandflächen in
pastellartigen Farben bemalt. Damit fügte sich das Häuschen wieder passend in den kleinen Wald ein. Alle Beteiligten
anerkannten die Arbeit des Künstlers. Leider hat der Sprayer in roter Schrift auf dem Gebäude angekündigt, dass er
wiederkommen werde.
So hübsch gestaltet kann es aussehen – Foto: R. Wittchen
Wie kann man die Tätigkeit der Sprayer, die sich als „Künstler“ fühlen, aber nach Auffassung des weit überwiegenden Teils
der Bürger profane und zerstörerische Schmierfinken sind, verhindern? Strafverfahren helfen nicht, wie die vielen
gerichtlichen Verurteilungen des Sprayers „Oz“ zeigen. Es gibt wohl nur die Möglichkeit, dass die Bürger mit großer Geduld,
wenn auch mit viel Arbeit und hohen Kosten, immer wieder die Schmierereien beseitigen und – an passenden Stellen – die
Wandflächen mit guten Malerarbeiten gestalten. Vielleicht gibt es doch noch Sprayer, die Respekt vor den künstlerischen
Werken guter Maler haben.
Ralph Wittchen
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.9, S.10)
Planungswerkstatt Lichtsignalanlagen
Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer lud Hamburger Bürger in der Zeitung zur Diskussion über Verkehrsprobleme
auf Hamburger Verkehrsknoten ein. Auf Grund meiner Meldung mit einem detaillierten Vorschlag für die Gestaltung der
Ampelphasen beim Fußgängerüberweg am Othmarscher Bahnhof erhielt ich eine Einladung zur Diskussion am Sonnabend, dem
17. September 2011, in der Schule Altonaer Straße. Von den Interessenten wurden rund hundert Teilnehmer, von den 800
Vorschlägen sechs Beispiele ausgewählt.
Das Eingangsreferat der ausgezeichnet organisierten Veranstaltung hielt Herr Prof. Dr. Ing. Werner Brilon, Lehrstuhl für
Verkehrswesen – Planung und Management an der Ruhruniversität Bochum zum Thema ‚Ampeln – Freud oder Feind der
Verkehrsteilnehmer’. Er gab zunächst eine Einführung in Grundbegriffe. So lernten wir, dass die umgangssprachliche Ampel
aus der Sicht des Verkehrsingenieurs eine Lichtzeichenanlage, in der Sprache der Straßenverkehrsordnung ein
Wechsellichtzeichen ist. Erläutert wurden Begriffe wie akustischer Signalgeber für Blinde, Anforderungsdetektoren,
Priorisierung von Linienbussen, Konfliktflächen, Phasentausch, Räumgeschwindigkeit, Signalisierung simultaner Furten,
taktile Signalgeber, feindliche sowie bedingt verträgliche Verkehrsströme. Auf Grund seiner Auslandserfahrung wies der
Referent auf die Nichtübertragbarkeit von Lösungen hin. So gilt in den USA ‚right turn by red’, da es dort kaum
Fußgänger/Fußgängerinnen und Radfahrer/Radfahrerinnen gibt.
Herr Verkehrsingenieur Roland Koch berichtete unter dem Thema ‚Lichtsignalsteuerung, wie sie in Hamburg angewendet wird’
über die Entwicklung und Gestaltung der Verkehrssteuerung in Hamburg. Bereits 1922 wurde die erste Verkehrszeichenanlage
auf dem Stephansplatz installiert, seit 1930 gibt es Lichtzeichen. Innovationen waren 2005 die Restzeitanlage am Gänsemarkt
und ‚Hans’, die Hamburger adaptive Netzsteuerung.
Der ZEIT-Journalist Herr Henning Sußebach untersuchte unter dem Thema ‚Jede Ampelschaltung ist eine kleine Demokratie’
sachkundig und launig die Fachsprache der Verkehrsplaner sowie die Wünsche der Verkehrsteilnehmer. Sein Fazit war:
„Die Ampel kann es nicht jedem gleichzeitig recht machen“.
Unter Leitung von Herrn Rüdiger Schmidt diskutierte meine Arbeitsgruppe, der ein Vertreter des HVV, eine Fahrlehrerin, eine
Fahrradbeauftragte, eine Verkehrswegeplanerin, Bezirksabgeordnete und Verkehrsteilnehmer angehörten,
Verbesserungsmöglichkeiten für die Harburger Umgehungsstraße und stellte sie abschließend im Plenum vor.
In der Abschlussdiskussion stellte Herr Roland Hansen, Leiter des Fachbereiches ‚Planung und Entwurf Stadtstraßen’, unter
anderem die Möglichkeiten und Bedingungen für die Anlage eines Kreisverkehres vor.
Herr Hans-Jochen Hinz, Geschäftsführer des Landesbetriebes Straßen, Brücken und Gewässer, fasste die Anregungen
zusammen:
– Lichtzeichenanlagen mit Taster sollen umgebaut und dem Autoverkehr angepasst werden,
– das Umsteigen zwischen Buslinien soll nicht durch rot zeigende Fußgängerampeln behindert werden,
– grundlegende Änderung einer Schaltung von Lichtzeichenanlagen erfordert eventuell auch Umbaumaßnahmen.
Im Schlusswort dankte Herr Andreas Rieckhoff, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, den Teilnehmern
und lobte ihre sachkundige Beteiligung. Sein Fazit: „Wir sind bemüht, Ihre Anregungen umzusetzen“.
Nach meinen Beobachtungen wurde mein Vorschlag, die Umlaufzeiten der Lichtzeichenanlage mit Taster am Othmarscher Bahnhof
zu optimieren, bereits umgesetzt.
Harald Brandes
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.11, S.11-12)
Unser Besuch bei den Wikingern
Die mittelalterliche Wikinger-Metropole Haithabu war Ziel unserer Ausfahrt am 18. Mai 2011.
Bereits während der Anreise erhielten die Teilnehmer umfangreiches Informationsmaterial mit Karten und Texten. So konnte
sich jeder im Vorwege über die Lage und den Inhalt der einzelnen Räume des 2006 neugestalteten Museums informieren, das
wie eine Gruppe kieloben gelagerter Boote gestaltet ist. Das ausgeteilte Kartenmaterial zeigte die verkehrsgeographische
Bedeutung der Siedlung Haithabu zwischen Ostsee und Nordsee.
Der Bürgerverein bei den Wikingerhäusern – Foto: H. Kasparek
Die 40 km lange Schlei und der 60 km lange Flussweg Treene – Eider reduzierten den für damalige Zeiten beschwerlichen
Landweg auf 18 km, der mit Ochsenwagen überwunden wurde. Nicht zuletzt zu seinem Schutz wurde das etwa 30 km lange Danewerk
ausgebaut. Eine weitere Karte zeigte die Erschließung des Hinterlandes an der Füsinger Au als Versorgungs- und Gewerbegebiet
sowie die Lage zum jütländischen Ochsenweg und zum limes saxoniae.
Im ersten Raum des Museums wurden auf einem Kartentisch durch wechselnde Beleuchtung in chronologischer Reihenfolge die
einzelnen Entwicklungsstufen der Handelsmetropole von der ersten Siedlung auf dem Südhügel um 750 bis zur Zerstörung durch
die Slawen 1066, ihre funktionale Gliederung nach Wohn-, Gewerbe- und Hafengebiet sowie die Lage der Gräberfelder
dargestellt.
Im zweiten Raum konnten wir den Alltag in Haithabu mit einer Vielzahl von Exponaten nachvollziehen. In den einzelnen
Vitrinen sahen wir aus Ahornholz geschnitzte Löffel, Tassen und Schalen, aus Eisen und Blei/Zinn-Legierungen hergestellte
Angelhaken, Schnallen, Nadeln, Waffen sowie Pferdegeschirre. Aus Rothirschgeweihen wurden Kämme gearbeitet. Ein Kurzfilm
vermittelte die Herstellung von Goldschmuck mittels vorgegebener Formen. Aus Holz geschnitzte Hirsche und Vogelfiguren
aus Bernstein zeigten das Kunstverständnis, Funde aus Skandinavien belegten die Entwicklung der Kunst von Tierformen zu
den fränkisch beeinflussten Pflanzenornamenten.
Eine dreisaitige Fidel aus dem Wurzelholz der Erle und eine Flöte aus dem Röhrenknochen eines Vogels sowie das Brettspiel
‚hnefatafl’ wiesen auf die Freizeitgestaltung hin. Eine breite Wandfläche zeigte eine Vielzahl von Glasperlen, die auch für
den Export gefertigt wurden.
In dem dritten Raum kündeten Runensteine von Wikinger-Taten. Eine gesondert herausgestellte Münze mit dem Aufdruck
‚Haithabu’ zeigte die Bedeutung der Stadt als Münzstätte im 11. Jahrhundert. Gezeigt wurde der Wandel von den heidnischen
Göttern Odin, Thor und Freyr zum Christentum, das durch Ansgar eingeführt wurde, so dass Haithabu sogar Bischofsstadt wurde.
Noch heute ist eine im Hafen gefundene Bronzeglocke aus dem 10. Jahrhundert erhalten. Beeindruckendstes Zeugnis der
Begräbniskultur war das nachgestaltete Bootkammergrab mit einem 20 m langen Boot zur Fahrt in die Totenwelt, mit drei
Pferden, einem Mundschenk mit Weinbottich und einem Marschall mit Steigbügel.
Karten, moderne Bilder, Handelswaren und Münzen, wie zum Beispiel islamische Silbermünzen, verdeutlichten die
Handelsbeziehungen der Wikinger in der damals bekannten Welt, die von Grönland bis nach Nowgorod und Bagdad reichten.
Römische Ziegel, basaltene Mühlsteine aus der Eifel, flüssiges Quecksilber aus Mittelasien, Kiewer Rotschiefer zur
Fassadengestaltung von Fürstenhäusern, Honig und Pelze waren wichtige Handelsgüter. Ein Kurzfilm zeigte die Untersuchung
und den Verkauf eines Sklaven. Ein abgetrenntes Kabinett unterrichtet über die Herstellung von Falschgeld.
Ein Kriegsschiff mit 120 Ruderern und ein Handelsschiff mit großem Rahsegel bestimmten das Bild des fünften Raumes.
Eine 2,5 m hohe Transporttonne stellte den Vorläufer des Containers dar. Ballaststeine, Schiffsreste und versunkene Güter
fanden sich im Bereich der Landebrücke.
Nachdem wir uns mit in einer Tonschüssel serviertem Wikinger Kesselfleisch gestärkt hatten, sahen wir einen Film über die
Geschichte der Wikinger, der unsere Beobachtungen vielseitig ergänzte.
Danach bestiegen wir den 10 m hohen und 1,3 km langen Wall, der Haithabu seit 960 schützte und gewannen einen Überblick
über das 26 ha messende Siedlungsgelände.
Nach kurzer Wanderung ereichten wir die nach Funden nachgebauten sieben Wikingerhäuser. Sie werden durch Handwerker und
Schüler belebt, die Wände flechten, Pfeile schnitzen, Gerstenbrot backen oder mit Pfeil und Bogen auf ein Wildschwein
schießen.
Einige Teilnehmer erholten sich abschließend bei Kaffee und Kuchen in Odins Historischem Gasthaus.
Harald Brandes
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.7, S.11-12)
zurück zu den Berichten über Ausfahrten
Ausfahrt mit MAGNET 52 zur Landesgartenschau im Juni 2011
Die Landesgartenschau in Norderstedt ist Ziel der Ausfahrt des Bürgervereines am 22. Juni 2011. Trotz mehrerer Abmeldungen
der zuvor angemeldeten Mitglieder finden sich morgens am Bahnhof Othmarschen noch so viele unangemeldete Teilnehmer ein,
dass wir den preiswerteren Gruppenpreis in Anspruch nehmen können.
Schnell geht es mit S1 und U1 sowie dem Bus 393 zum Ausstellungsgelände. Vom Roten Kreuz am Eingang bereitgestellte
Rollatoren ermöglichen es, dass alle Mitglieder an unserem Rundgang teilnehmen können.
Die Teilnehmer unserer Ausfahrt – Foto: H. Brandes
An einer großen Tafel am Eingang verschaffen wir uns zunächst einen Überblick über das 72 ha große Gelände, das für 20 Mio. €
auf einer Industriebrache, einer Müllhalde und dem Stadtparkgelände gestaltet wurde. Drei Autoklaven, Dampfdruckkessel zur
Herstellung von Kalksandsteinen, und das Verwaltungsgebäude, das zur Zeit eine Hundertwasser-Ausstellung beherbergt, weisen
auf die bisherige Nutzung hin.
Als erstes begrüßen uns die drei Premiumgärten. Im ‚Bohus Archipel’ erfahren wir, auf granitenen Trittsteinen die
Wasserfläche durchschreitend, den Zauber einer schwedischen Schärenlandschaft. Unterschiedlich hoch geschnittene Eibenhecken
auf kreisförmigem Grundriss erwecken den Eindruck von ‚Blütenschalen’. Farblich kontrastierende Staudenbänder, im Wind
wogende Gräser, eine mit Kiefern besetzte Strandfläche stellen einen ‚Dialog von Gartenräumen’ dar.
Vor uns liegt dann der 25 ha große ‚Seepark’, der bis auf 10 m Tiefe für das bisherige Kalksteinwerk ausgebaggert wurde.
Er dient heute vorwiegend der Erholung. So sehen wir im Norden eine Badeanstalt mit 4000 m² Sandstrand und einem
Bootsverleih, im Süden einen Kinderspielplatz. Der umgebende 2,3 km lange Uferweg lädt zum Spaziergang ein. Ihm folgt auch
der ‚Elfen-Express’, der das Gelände auf einem 4,5 km langen Rundkurs abfährt. Ein Mitglied, das eine Stunde zu früh
gekommen war, hat diese Art des Ausstellungsbesuches gewählt und von der Bahn aus unsere Wanderung beobachtet.
"Der 'Elfen-Express'" – Foto: E. Oetling
Stufen am Westufer laden zum Verweilen ein, farbige Lampen in den Leuchtenstelen am Wegesrand ermöglichen abends das
‚Parkfunkeln’, Rastertunnel gestatten den Amphibien, den Promenadenweg unterirdisch zu queren.
Wir treten in den ‚Waldpark’ ein. Nördlich davon erspähen wir eine Heidelandschaft, die an den Namen des Ortes Harksheide
erinnert, der mit Garstedt, Glashütte und Friedrichsgarbe 1970 zur Stadt Norderstedt zusammenwuchs. In den Park mit seinen
2000 Bäumen sind farbenreiche Staudenlichtungen eingebettet, die Namen tragen wie ‚Feengeflüster’, ‚Elfentanz’ und
‚Trollengaukelei'.
Das vielseitigste Angebot bietet der ‚Feldpark’, der dritte Teil der Ausstellung.
Im ‚Garten der Erinnerung’ werden die Grabkulturen der fünf Weltreligionen dargestellt. Hochaufgetürmte Stupas, die durch
ihre Bauweise jeweils an die fünf Elemente Raum, Wind, Feuer, Wasser, Erde erinnern, bilden eine buddhistische Grabanlage.
Ein Scheiterhaufen charakterisiert den hinduistischen Verbrennungsmodus. Gewellte Hügel weisen mit ihrer Achse nach Mekka,
dem Hauptort des Islam. Rillen auf den jüdischen Grabsteinen weisen nach Jerusalem. Die Holzkonstruktion des ‚Bustan’
stellt eine jüdische Laubhütte dar. Als wir uns in ihm auf den Sitzmöglichkeiten niederlassen, bricht die Sonne durch und
zeichnet auf dem Boden als Schatten den Davidstern. Eine Dame informiert uns über das Laubhüttenfest und lädt uns zu
weiteren Gesprächen über jüdische Bräuche ein. Biblische Pflanzen wie Weinstöcke, Oliven- und Dattelbäume sowie mehrere
Grabsteine in moderner Form kennzeichnen den christlichen Bereich.
Ausführlich widmen wir uns den vierzehn Themengärten, in denen Filmszenen mit Pflanzenarrangements dargestellt werden.
So ‚Die Reise zum Mittelpunkt der Erde’ und ‚In achtzig Tagen um die Welt’. Originell ist Rick’s Café mit Flügel und
Pianisten in ‚Casablanca’; jeder möchte gerne einmal in der Hollywoodschaukel des nachgestalten Kinoraumes sitzen. Nach
dem Arzneigarten im ‚Kessel der Kräuterhexe’, den Anlagen der Kleingärtner und dem Schülergarten mit selbstgebastelten
Lehmfiguren erholen wir uns im Selbstbedienungsrestaurant ‚Feldpark’ bei einem schmackhaften Mittagessen.
Lebhaftes Interesse finden die Tiere des Bauernhofes, die Ausstellung der Imker sowie die farbenprächtigen Hühnerfiguren,
die von den Landfrauen aus vielerlei Material gebastelt wurden. Einige Mitglieder beschließen, zu deren Versteigerung am
8. Oktober wieder nach Norderstedt zu fahren.
Sehenswerte artistische Vorführungen der Zirkusgruppe einer Norderstedter Grundschule auf der Gartenschau-Bühne bilden den
Abschluss unserer Ausfahrt.
Harald Brandes
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.8, S.10-11)
zurück zu den Berichten über Ausfahrten
Ausfahrt mit MAGNET 52 nach Stocksee im Juli 2011
Am Sonnabend, dem 16. Juli 2011, fahren wir bei sonnigem Wetter im Rahmen des 26. Schleswig-Holstein Musik Festivals
zum ‚Musikfest auf dem Lande’ nach Gut Stockseehof.
Auf der Hinfahrt gibt es Informationen über das Gut Stockseehof sowie über die Komponisten unseres Konzertes. Unser
besonderes Interesse gilt dem Komponisten des ersten Werkes, dessen Trio Phantasie g-moll von dem 1999 gegründeten und
international anerkannten Hyperion-Trio gespielt wird. Sie stammt von dem Grazer Musiker Joseph Marx (1882 bis 1964), der
als einer der bedeutendsten österreichischen Komponisten, Pianisten, Musikpädagogen und Musikkritiker des 20. Jahrhunderts
gilt. Er schuf sieben Orchesterwerke, sechs Chorwerke, 150 Lieder und mehrere preisgekrönte theoretische Schriften über
Harmonielehre, Kontrapunktlehre und die ‚Weltsprache Musik’.
Unsere erwartungsvollen Konzertbesucher – Foto: H. Brandes
Bereits als Gymnasiast arrangierte er Werke von Joseph Haydn und Franz Schubert für Trio und Quartett und trug diese mit
Freunden vor. Er studierte Jura in Graz, promovierte in Philosophie, wechselte dann aber zur Musik. Als Professor an der
Wiener Akademie für Musik und Darstellende Kunst unterrichtete er über 1300 Studenten aus allen Nationen. Er war befreundet
mit Giacomo Puccini, Maurice Ravel, Richard Strauß, Zoltán Kodály, Ottorino Respighi und Erich Wolfgang Korngold.
Wegen seiner internationalen Wertschätzung wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg zum UNESCO-Botschafter Österreichs für Musik
ernannt. 1950 galt er als möglicher Kandidat für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten.
Als entschiedener Vertreter der tonalen Musik wurde er jedoch nach seinem Tode mit dem Aufkommen der atonalen Musik nicht
mehr geachtet und geriet in Vergessenheit. Der ihm zu Ehren 1947 gestiftete ‚Joseph-Marx-Musikpreis’, deren Träger unter
anderem Alfred Brendel und Nikolaus Harnoncourt sind, wurde 1989 in ‚Musikpreis der Steiermark’ umbenannt.
Umso verdienstvoller ist es meines Erachtens, dass er auf diesem Konzert wieder berücksichtigt wird. Seine spezielle
Bedeutung für die türkische Musik besteht darin, dass er wegen seines exzellenten Rufes in der damaligen Musikwelt von
1930 bis 1931 durch den Istanbuler Oberbürgermeister Muhüttin Üstündağ mit der Reorganisation des Istanbuler Konservatoriums
betraut wurde. Er verfasste viele Gutachten und arbeitete später in leitender Funktion in der Türkei. Wegen seiner Erfolge
wurde er von 1932 bis 1934 von dem türkischen Präsidenten Mustafa Kemal Atatürk beauftragt, ein Konservatorium in Ankara
aufzubauen, ein türkisches Musikschulsystem zu gestalten sowie die ureigene türkische Musikkultur und die türkische
Volksmusik zu erforschen, eine Arbeit, die von Paul Hindemith und Bela Bartok fortgesetzt wurde.
Mit einer launigen Ansprache berichtet der 1938 geborene isländische Komponist Atli Heimir Sveinsson über sein mit
Mozart-Variationen gestaltetes Werk ‚Alla Turca Rap’. Im zweiten Teil spielt das Berliner Counterpoint Sextett die Sonatine
für Klavier op.15 des türkischen Komponisten Ahmed Adnan Saygun (1907 bis 1991). Unter dem Thema ‚Müzikparti’ haben wir
allerdings mehr türkische Musik erwartet.
Dafür wird die Bedeutung des Partnerlandes Türkei bei unserem Konzert durch die Anwesenheit des Festival-Intendanten, Herrn
Professor Rolf Beck, unterstrichen, der auch schon in der Hagia Irene in Istanbul Konzerte dirigiert hat.
In der einstündigen Pause und nach dem Konzert können wir uns in der guten Gastronomie stärken, in der sogar ein türkisches
Vorgericht, ‚Sultanbeğendi’ angeboten wird.
In der Verkaufsmeile sind Himbeeren und Honigwurst begehrte Artikel. Die schmackhaften Stocksee-Kirschen bringen wir für
eines unserer Mitglieder, das an der Ausfahrt leider nicht teilnehmen kann, sogar mit nach Hamburg.
Die Musikpädagoginnen Claudia Hammerer und Jule Dörfel beschließen das Konzert mit einer musikalischen ‚Dschungel Nacht’,
die sie mit den Kindern der Konzertbesucher erarbeitet haben und deren Refrain ‚Der Löwe schläft’ wir alle mitsingen
dürfen.
Harald Brandes
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.9, S.11)
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Hundert Jahre Flughafen Hamburg (Flughafenbesuch mit MAGNET 52 am 19.August 2011)
Über uns wölbt sich ein Sternenhimmel, kleine blaue Lampen markieren die Rollwege, weiße Lampen die Rand- sowie die
Mittelbeleuchtung der Start- und Landebahnen. Von unsichtbarer Hand gesteuert, bewegen sich kleine Flugzeuge über das
Rollfeld, starten auf schräger Bahn in die Höhe, landen oder kreisen übereinander in der Warteschleife. In ihr werden die
ankommenden Maschinen ab 900 m Höhe in jeweils 300 m Abstand im Raum Ahrensburg – Glückstadt – Stade ‚gestapelt’, bis sie
die Erlaubnis zur Landung erhalten. Im Gefahrenfalle wird kurz zur Landung angesetzt und gleich wieder durchgestartet.
Gebannt blicken wir am 19. August 2011 auf die Flughafenmodellschau im Maßstab 1:500, in der 8.000 Leuchtdioden den Betrieb
des Hamburger Flughafens simulieren.
Herr Stefan Wörmke vom Besucherdienst gibt uns zunächst einen Überblick über die Historie des hundertjährigen Flughafens.
Denn am 10. Januar 1911 wurde die ‚Hamburger Luftschiffhallen GmbH’ gegründet, nachdem man bereits 1910 auf einem 45 ha
großen Rasenplatz in Fuhlsbüttel einen Start- und Landeplatz für die Luftschiffe des Grafen Zeppelin geschaffen hatte. Die
komfortablen Zeppeline, gefahren durch einen Kapitän zur See, erreichten in vier Tagen New York. Sie enthielten viel
Komfort – wie ein Restaurant, eine Lobby und Schlafabteile. Die dafür errichtete 165 m lange Luftschiffhalle brannte jedoch
bereits 1916 wieder ab. Auf Grund der Ereignisse des Ersten Weltkrieges und der Bestimmungen des Versailler Vertrages kam es
erst 1948 zum Bau einer festen Startbahn aus Beton, die zunächst dem Betrieb der Berliner Luftbrücke diente.
Mit 13 Mio. Flugpassagieren und 157.000 Flugbewegungen pro Jahr steht heute der Hamburger Flughafen an fünfter Stelle in
Deutschland und bildet das Luftkreuz des Nordens. Der Flugbetrieb läuft von 6 Uhr bis 23 Uhr. Über eine 800 m lange Pier
können die Fluggäste die 17 Fluggastbrücken erreichen.
Aufleuchtende rote Lampen machen uns mit dem Flughafengelände und seinen Bauten bekannt. Im Südosten befinden sich
umfangreiche Parkplätze für die Besucher des Flughafens, direkt in das Flughafengebäude führen seit 2010 die Rolltreppen vom
S-Bahnsteig, den wir von Othmarschen aus direkt erreichen können. Von Südwesten nach Nordosten folgen die Lärmschutzhalle,
die Anlagen der Lufthansa Technik, der Hubschrauberbereich, das Geschäftsfliegerzentrum, die Luftfrachthalle, der Terminal 2,
das Einkaufszentrum Airport Plaza, der modernere Terminal 1 mit Nutzung von Regenwasser und Erdwärme sowie einer
Aussichtsterrasse mit Café und zuletzt die Flughafenmodellschau. Daneben liegt der Terminal ‚Tango’, ehemals die Heimat der
Charterflugzeuge, jetzt ein Veranstaltungszentrum, das bis zu 5.000 Personen empfangen kann.
Im Flughafenbus fahren wir dann zum Betriebsgebäude der Flughafenfeuerwehr. Hier beeindruckt uns das 43 t schwere
Löschfahrzeug der Firma Ziegler. Mit 1000 PS erreicht es eine Geschwindigkeit bis zu 140 km/h; es kann in 25 sec von 0 auf
80 km/h und in weiteren 25 sec von 80 auf 130 km/h beschleunigt werden, so dass es in höchstens drei Minuten jeden Punkt des
Flughafens erreichen kann. Es verfügt über einen Tank mit 12.000 l Wasser, einen 20 m hohen Teleskoparm, mit dessen Hilfe
das Löschwasser bis zu 100 m weit geworfen werden kann. Uns wird demonstriert, wie das Fahrzeug mit 80 km/h sicher einen
engen Kurvenradius bewältigt. Mit Hilfe von Monitoren und Joysticks ist es leicht lenkbar und in seinen vielfältigen
Funktionen einsetzbar. Der Feuerwehrmann Herr Andreas Troy informiert uns über Ausbildung und Arbeit seiner Kollegen. Für
die 16stündige Bereitschaftszeit nach 8 Stunden Dienst stehen Aufenthaltsräume und sogar ein Billardtisch zur Verfügung.
Bei der folgenden Rundfahrt über das Vorfeld können wir unterschiedliche Flugzeugtypen kennenlernen sowie das Starten und
Landen auf den sich im rechten Winkel kreuzenden 3250 m beziehungsweise 3666 m langen Landebahnen beobachten.
Abschließend diskutieren wir im Café mit Blick auf das Flugfeld unsere zahlreichen neuen Eindrücke.
Wegen des großen Interesses soll die Veranstaltung am 16. November 2011 um 14 Uhr wiederholt werden.
Harald Brandes
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.10, S.10-11)
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Utfohrt na Veerlannen (Plattdüütsch-Kring, 16. August 2011)
Rieckhuus Curslack – Foto: Imme Ferger
Dat Autofohrn is hüüttodaag
oftins jo de heele Plaag !
De een’n steiht in’n Stau,
de anner hebbt een Pann.
Uns fehlt ’ne Sitzbank
un wi wüllt na Veerlannen !
Gau trüch na de Werkstee,
den Wagen ümtüscht
un denn standepé
na Curslack dalrüüscht.
Klock teihn weer afmaakt,
un – o Wunner,
een veddel Stünn later, akraat,
geiht dat de Stegel to’n Rieckhuus runner.
Dat Rieckhuus, dat köönt ji hörn un sehn,
is egentlich Christel Eggers ehr Domän’ !
Ut Krankenhuus hett se Ernst Kordt engageert,
wiel dat he so goot un humorvull Plattdüütsch parleert,
darto ehr Swegerdochter – scheun, dat se sick truut,
in’t Rieckhuus kinnt se sick beid’ goot ut !
Vun den Diek ut kiekst op een Barg vun Dack !
Du fragst di, wat dat woll allens bargen mag ?
De Gevel is een Meisterstück vun’ Timmermann,
de Zierrat in dat Muerwark steiht dar nich achterran.
Un kummst du över de Brüch, övern Graben,
denn freist di an den Krühoff vun dar boben.
Fru Christel Eggers in Veerlanner Dracht – Foto: Imme Ferger
In de alleriersten Johrn
hebbt de Buursfroon in ehr’n lütt Goarn
Gemüs, Kantüffeln un Kruut –
so as Petersill, Schnittlauch un Dill, – anbuut.
Dorum is ‚Krühoff’ jo ok sien Namen.
Blomen sind veel later erst dartokamen.
De greunen Bischbusch rundüm
hebbt ehrn Sinn,
sind nich blots scheun antokieken,
se helpt de Planten, sik kuschelig intorieken.
De Stockrosen lüchen in pink un rosa Klör
un wiest uns den Weg na de Rieckhuusdöör.
Dat heet, ierstmal sühst du dor binnen kuum wat,
du dinkst, dor is all’ns pickendüster swatt.
Klaar, Jahrhunnerte lang trock de Rook
vun de Füerstee na baben, dat’s ne dolle Sook !
Balken, Sparren un dat Dack würrn konserveert,
as weern se teert.
De Huusbock harr keen Chance to’n Spökern,
Schinken un Wust avers kunnst allerbest rökern.
Un würklich, Mettwüss, lang un kott un dick un small
hangt appetitlich vun boben op dat Flett hendol.
‚Sünd de echt ?’ will een Gast weten,
‚De sünd echt. De kannst eten,’
antert Ernst Kordt in’ Draff.
‚Ik snied jo glicks een Schief mit de Bandsoog af’.
Achteran ward de Snack noch sett :
‚Dat ji mi nich in de Fettnäpfchen pett !’
Op düsse Stee ward fröher nich blots kookt. Faken
hebbt se vör dissen Herd, he heet ‚dat Ding’,
Verdrääg afslaten, –
per Hann’slag ‚Goot ! Slag in !’
För Magd un Knecht
weer dat de Art un Recht,
sik to ‚verdingen’.
Anner Lüüd kunn’n een Leed darvun singen,
dat een Verdrag nich överdüert,
denn ward se füert !
Veel Sprichwöör ut de ländliche Levensart
ward in düt ool Hufnerhuus lebennig bewohrt.
Dieksiet, an dat Flett anbuut,
liggt de groot Döns, de goode Stuv.
Rundüm fliest, köönt de witt-blauen Fliesen
di dat Evangelium in Billern wiesen.
Blu-witt kachelt is de scheune Hamburger Oven,
mit een Braatröhr för’n Koffipott, boben.
Inbött ward düsse ‚Bilegger’, dat is viegeling,
vun buten – dörch dat dore ‚Ding’.
En paar vun uns Lüüd hebbt ehrn Spaß
op de Heuhnerbank.
Se wunnerwark sick blots,
dat se mit de Feut nich an’n Boden langt.
Dor binnen weern nämlich to Wintertiet,
bit de Küken weern so wiet,
de Kluckhennen verwohrt.
För de Lütten ward mit godes Foder nich sport :
Grööntüüg, Körner un sogar Stint !
Keen Wunner, dat se as Veerlanner Stubenkücken de Renner sind.
Kostbar un heel swöör
steiht de Hochtietstruhe blangen de Döör.
Wat binnen to sehn is, is een Pracht :
Dor verwohrt se ehr scheune Veerlanner Tracht.
Fehlt dor bi de Männerjopp’
nich een sülvern Knopp ?
Den hebbt se em woll mal ‚afknööpt’ dannemolen,
as he klamm weer bi’t Betahlen !
Weer de Oorn nich gar to slecht,
hebbt se de sülvern Dalers hier op de hoge Kant afleggt.
Dat de Deckel rund is, hett sien’n Sinn :
Op den Kopp stött, kunn’n de Mannslüüd ehr bewegen
as Boot oder Sleden,
un retten, wat besünners düer
bi Waterfloot oder Füer.
Heel lütt is de Ruum för de Minschen west !
Peer un Knecht, Oorn un Wagens hört de heele ‚Deelen-Rest’.
Hüüt gifft dat keen Peer mehr op de Deel,
ok keen Sack mit Korn or Mehl,
Warktüüch aber, heel interessant,
to’n Ackern oder Planten op dat Land.
Wat weet Herr Kordt uns al to wiesen
un de Erfinnergeist to priesen.
Denn de Minschen hebbt sik nich blots afmaracht,
hebbt jümmers ok heel praktisch dacht :
Mit Jück un Börrnkarrn
kunn dat Hieven lichter warrn.
Sühst woll,
Herr Behnke un Herr Otto künnt dat al !
In’ Rieckhuus Goarn, dat is de rechte Ort,
dankt wi Fru Christa Eggers un Herrn Kordt.
Ehr Verkloarn is een Beleevnis west !
Wi wünscht jem un den Rieckhoff een Tokunft allerbest.
In’ ‚Krauler Kroog’ deist du good eeten !’,
seggt de Veerlänner
de mutt dat weeten,
denn dor kookt de Wirt sülvens, Herr Klenner !
St. Nicolai in Oolgamm
steiht an Nameddag bi uns baben an.
Kiek, dor steiht bi’t Pastorat
Herr Struß vun’ Heimatvereen ‚Latücht’ för uns al praat.
Wat uns besünners freit,
he ok Veerlanner Plattdüütsch snacken deit.
Keeneen weet mit de Kark as he Bescheed,
mit ehr Geschicht, Buuwies un ehr Lüüd.
Ierstmal verklort he uns vun buten dat Gebüüd :
de scheunen fasten Feldsteenmuern,
de mehr as söbenhunnert Johr al överduern.
De twee Bruut-Hüüs süht heel anners ut,
weern later mit Muern un Fachwerk buut.
De hölten Glockentorn steiht blangenbi
un wiest mit güllen Tallen di,
wat de Klock hett slahn.
Baben lücht dat Krüz över Wappen un Hahn.
Vun buuten hebbt wi dat 13. Johrhunnert,
vun binnen de Barocktiet bewunnert.
De holten Säulen vun’ Altar sünd marmoreert,
de Karkenbänk veel kunstvoller noch dekoreert.
De Intarsien sünd een Wunnerwark
vun Handwerkskunst in düsse Kark.
Ick kunn mi kuum sattsehen an Vagels, Blomen un Gerank
in Intarsien op jeedeen Karkenbank.
Intarsien St. Nicolai Oolgamm – Foto: Elke Brandes
Nich to översehn sünd de smeedisern Hootstänner,
ok een besünner Kunst vun de Veerlänner.
Wappen un Rosen, Harten und Deerten sühst du sik tummeln,
egentlich veel to schaad, den Zylinder doran optobummeln !
Hootstänner St. Nicolai Oolgamm – Foto: (Postkarte)
De bronzene Dööp, mit Baldachin, scheun middig steiht,
an de Orgel an Festdaag de Zimbelstierns sik dreiht.
Wi sünd heel baff över all düt Wunnerwark
in den Hilligen Sankt Nicolaus sien Kark.
Nu süht wi vun Elvdiek Fru Harden all winken
‚Kummt Lüüd ! Is Tiet för Plummenkoken un Koffidrinken !’
Wi freit uns, dat Herr Struß un sien Fru mitköömt,
un so ward denn wieder Plattdüütsch klöönt.
Un wi – wi könnt jüm ok wat wiesen :
den ‚Veerlanner Tango’.
Toierst ganz liesen,
un denn sweevt op eenen Mol
de Melodie mit Swung un Smackes dörch den Saal.
Wi hebbt veel beleevt an düssen enen Dag !
Wi dankt Herrn Struß, Herrn Kordt, Fru Eggers, Herrn Klenner un Fru Harden,
un dat schall nich vergeeten warrn,
ok uns beiden Fahrers.
Se all hebbt mit Hart un Hannen
so wunnerbor trechtmaakt
uns Utfohrt na Veerlannen.
Elke Brandes
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.10, S.4-5)
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Ausfahrt mit MAGNET 52 nach Papenburg (am 22. September 2011)
Bei strahlendem Sonnenschein starten wir am Donnerstag, dem 22. September 2011, um 7.30 Uhr zur Ausfahrt nach Papenburg.
Trotz der frühen Stunde sind alle Teilnehmer rechtzeitig erschienen, so dass wir den ‚Zeitspeicher’ auf dem 1992
gestalteten ‚Forum der Alten Werft’ termingerecht erreichen. Ein Stadtplan der inneren Stadt und der Häfen von Papenburg
sowie ein kurzer Abriss der seit 1458 urkundlich nachgewiesenen Entwicklung der Stadt informieren uns im Vorwege.
Zunächst fahren wir zur Seeschleuse. Hier begrüßen uns die beiden bis zu 70 m hohen Hallen und die Aufschrift ‚Jos. L. Meyer
Papenburg’.
Frau Hubelitz erklärt das Modell der Meyer Werft – Foto: H. Brandes
Wir überschreiten den Steg der kleineren Schleuse, die für die im Hafen liegenden Yachten gedacht ist. Von der
nächsten Brücke sehen wir die Ems mit ihren Flussschleifen und den Industriehafen vor dem Großen Hallentor, aus dem die
Schiffe rückwärts herausgezogen werden. Das zweiteilige Sperrwerk unter der Brücke der Dockschleuse kann stromaufwärts und
stromabwärts wie ein Gebetbuch aufgeklappt werden, so dass die Neubauten mit Gottes Segen das Werftgelände verlassen. Am
Ufer erkennen wir das Wirken der Gezeiten.
Bei der sich anschließenden Stadtrundfahrt bestaunen wir die vielen Grünanlagen und die von Holz- sowie Eisenbrücken
überspannten, gepflegten Kanäle, die seit 1629 dem Torftransport der Fehnkolonie dienten. Die auf ihnen schwimmenden sechs
Segelschiffe, die bis nach Übersee verkehrten, und die, zum Teil noch mit Torf beladenen, Torfkähne sowie die eingeschossigen
Lotsenhäuser erinnern an die Vergangenheit der heutigen Stadt. Von den etwa zwanzig kleineren Werften, die Überseeschiffe
sowie Torfkähne bauten, ist heute nur noch die 1795 gegründete Meyer Werft vorhanden. Die katholische St. Antonius Kirche
von 1680 weist auf das Wirken der Münsteraner Bischöfe hin. Die 1848 aus Ziegelsteinen errichtete oktogonale Gedenkstätte
in Form des achteckigen Leuchtturmes von Riga zeigt die weltweiten Handelswege auf.
Zur Mittagszeit ist für uns im Gasthaus ‚Hilling’ am Rathaus ein schmackhaftes Essen mit Rahmgeschnetzeltem und Champignons,
Reis sowie Salat bereitet; danach unternehmen wir einen kleinen Spaziergang entlang des ‚Hauptkanals Links’.
Frau Hubelitz führt sachkundig unsere Gruppe – Foto: H. Brandes
Am Nachmittag führt uns Frau Hubelitz durch das neue Gelände der Meyer Werft. Nach dem Film über den Bau eines
Kreuzfahrtschiffes sehen wir die Ahnengalerie der Familie Meyer, die – alle als Schiffbauer ausgebildet – seit sechs
Generationen die Werft leitet. Portraits zeigen den Gründer Willm Rolf Meyer sowie den derzeitigen Chef Bernard Meyer. Im
Modellraum bekommen wir die Vielseitigkeit des Betriebes zu sehen, der Fähren, RoRoSchiffe, Containerschiffe,
Tiertransporter für Schafe, Passagierschiffe, Fischdampfer, Gastanker sowie das Feuerschiff ‚Elbe I’ baute und seit der
Indienststellung der ‚Homeric’ 1986 in der ganzen Welt als führende Werft für Kreuzfahrtschiffe gilt. Die Schiffe hatten zum
Teil ein aufregendes Leben, so die ‚Graf Goetzen’, die noch heute auf dem Tanganjika See verkehrt.
Wie lernen die strömungstechnische Wirkungsweise einer Bugnase sowie die Einsatzmöglichkeiten des Bugstrahlruders und der
in einer Gondel aufgehängten Schiffsschraube kennen. Der dieselelektrische Antrieb ermöglicht ein wirtschaftliches Fahren.
Das Modell einer Kabine sowie Schautafeln machen uns mit der Ausstattung der Kreuzfahrtschiffe mit einer
Müllverbrennungsanlage, Restaurants, Bars, einem Brauhaus, Theater, Kino, Swimming-Pool, einer 240 m langen Wildwasserbahn,
Golfplätzen, und vielen anderen Angeboten für die Beschäftigung der Gäste vertraut.
Von Besucherstegen betrachten wir die entstehenden Schiffsrümpfe der ‚AIDAmar’,der ‚Disney Fantasy’ und der ‚Celebrity
Reflection’ in den Hallen. Leistungsfähige Schwerlastkräne mit bis zu 800 t Tragfähigkeit sorgen dafür, dass die Einzelteile
der Schiffe, die parallel montiert werden, transportiert und sektionsweise zusammengesetzt werden können. Schweißnähte und
Farbe sorgen dann dafür, dass das Schiff von außen als Ganzes wirkt. Die Vorfertigung mit vier Laseranlagen mit je 12 kW
Leistung, der Sektions- und Blockbau sowie die Anlieferung der benötigten Materialien just-in-time machen den Betrieb zu
einer modernen Kompaktwerft mit kurzen Wegen.
Während der einzelnen Bauphasen wird das künftige seemännische Personal bereits mit dem Schiff vertraut gemacht und in seine
Aufgaben eingewiesen.
Abschließend gilt unser Dank Frau Wilma Hubelitz, die uns sachkundig und engagiert in der Stadt und auf der Werft betreute,
sowie Herrn Tölke von der Firma Moje, der unseren Bus sicher zwischen den Kanälen hindurchmanövrierte.
Harald Brandes
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.11, S.4)
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Besichtigung der Betriebszentrale des Elbtunnels (am 9. September 2011)
Am Freitag, 9. September 2011, fanden sich 36 Mitglieder unseres Bürgervereins und interessierte Gäste vor dem Tor der
Betriebszentrale des Elbtunnels ein. Pünktlich um 10 Uhr empfing uns Herr Krey, Techniker in der Betriebszentrale, zur
Führung durch die Anlage. Bereits beim Betreten des Geländes fielen uns mehrere Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge auf, die für
einen eventuellen Einsatz bereit standen.
Herr Krey erläutert die Be- und Entlüftungsanlagen des Elbtunnels – Foto: R. Wittchen
Herr Krey führte uns zunächst in ein Gebäude, in dem gewaltige Ventilatoren für die Be- und Entlüftung der Tunnelröhren
sorgen. Auf dem Weg zu einem Vorführraum für Videofilme passierten wir einen riesigen Konferenzsaal, der über dem nördlichen
Tunnelende liegt und sich in seiner Länge über alle vier Tunnelröhren hinweg erstreckt. Aus diesem Raum hatten wir durch
große runde „Bullaugen“ einen faszinierenden Ausblick auf insgesamt acht Fahrspuren der Autobahn A 7, über die eine große
Menge von Kraftfahrzeugen fuhr – auf vier Spuren in den Elbtunnel hinein, auf weiteren vier Spuren heraus – wie ein
gewaltiger, unaufhaltsamer Strom.
Im Videoraum sahen wir zwei Filme über Planung und Bau des Elbtunnels. Der Bau von drei Tunnelröhren mit sechs Fahrspuren,
begonnen im Juni 1968, wurde nach mehr als sechs Jahren im Januar 1975 fertiggestellt. Der Tunnel hat eine Gesamtlänge von
3.325 m. Davon liegen 1.056 m unter der Elbe, etwa 28 m unter der Wasseroberfläche, mit 7 bis 13 m Bodenüberdeckung. Die
Tunnelelemente wurden außerhalb der Elbe in eine zuvor ausgebaggerte Rinne abgesenkt. Unterhalb der Elbe wurden die Röhren
im Schildvortrieb mit Druckluft von dem Gerät „TRUDE“ gebohrt, und die Betonelemente wurden hinter dem Bohrgerät als Tunnel
eingesetzt.
Das Schneidrad des Bohrgerätes „TRUDE“ (Tief Runter Unter Die Elbe) kann heute als
technische Meisterleistung im Museum für Arbeit (Barmbek) besichtigt werden.
Der wachsende Verkehr erforderte den Bau einer vierten Elbtunnelröhre. Der Bau wurde im Oktober 1997 begonnen und fünf Jahre
später, im Oktober 2002, fertiggestellt. Die Röhre hat zwei Fahrspuren und zusätzlich eine Standspur. Dadurch werden
Rettungseinsätze, bei den älteren Tunnelröhren nur durch Sperren einer Fahrspur möglich, erleichtert.
In die Tunnelröhren sind elektronische Schleifen eingebaut, die die passierenden Fahrzeuge zählen. Heute fahren täglich
110.000 bis 140.000 Fahrzeuge (durchschnittlich 125.000) durch den Elbtunnel. Davon sind montags bis samstags 18 bis 20%
LKWs.
Im Anschluss an die Filmvorführung hatten wir Gelegenheit, Fragen zu stellen, die Herr Krey beantwortete. Im vergangenen
Jahr ereigneten sich im Tunnelbereich ca. 150 Verkehrsunfälle; ca. 500 Fahrzeuge blieben liegen; es gab weniger als zehn
Brände; ca. 300 Höhenkontrollen wurden ausgelöst, wobei die betreffenden LKWs vor Erreichen des Tunnels ausgesondert werden.
Ein ungelöstes Problem sind die vielen Staus, die ohne ersichtliche Ursache, z. B. durch langsames Fahren, aus Angst oder
durch Sehstörungen einzelner Fahrer („Tunnelsyndrom“) entstehen.
Danach führte Herr Krey uns in die Betriebszentrale des Tunnels. Auf etwa 80 Monitoren und elektronischen Übersichtstafeln
wird der Verkehr durch alle Tunnelröhren rund um die Uhr von mindestens drei Personen (je einem Mitarbeiter der
Betriebszentrale, der Polizei und der Feuerwehr) beobachtet. In den Tunnelröhren sind alle 200 m Kameras installiert, über
die sich der Verkehr lückenlos kontrollieren lässt. Tritt ein Notfall ein, so stehen bis zu 130 Personen (Feuerwehr, Polizei
und Rettungsdienste) für mögliche Einsätze zur Verfügung.
Hinter einer großen Fensterfront verfolgten wir auf den zahlreichen Bildschirmen das ständig wechselnde Verkehrsgeschehen.
Tief beeindruckt von den erheblichen Leistungen der Erbauer des Tunnels und dem hohen Stand der Überwachungstechnik
verließen wir nach drei Stunden die Tunnelbetriebszentrale.
Ralph Wittchen
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.11, S.5-6)
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Wanderreise auf Rügen mit MAGNET 52 (am 10. Oktober 2011)
Die Ostküste Rügens ist das Ziel der diesjährigen Wanderreise unseres Bürgervereines. Mit dem IC 2182 geht es am Montag,
dem 10. Oktober 2011, nach Binz. Mit wenigen Schritten erreichen wir das ‚Hotel Binzer Hof’, das uns Unterkunft und an
jedem Abend ein reichhaltiges Abendessen mit jeweils drei Menüs zur Auswahl bietet.
Zunächst gehen wir zu der in der Nähe gelegenen Haltestelle der Binzer Bäder Bahn und fahren zum Landesbahnhof. Das Pfeifen
und Läuten der Lokomotiven des ‚Rasenden Roland’ begleitet unsere Mahlzeit und stimmt uns auf die nächsten Exkursionstage
ein. Im Bahnhofsrestaurant, das wie Abteilwagen alter Art mit Gepäckraufe, Petroleumlampen und Holzbänken eingerichtet ist,
genießen wir die angebotenen Kohlgerichte, Fisch und Steak. Den Abschluss bildet ein Punsch aus Sanddorn, eine der typischen
Pflanzen der Insel. Er gefiel uns so gut, dass unser Hotel bei unserer Abreise über keine Sanddornsäfte mehr verfügte.
Die Wandergruppe am Schwarzen See – Foto: E. Brandes
Unsere nachmittägliche Wanderung führt uns zum Wanderweg entlang des Schmachter Sees. An ihm sind auf dem ‚Pfad der Sinne’
mehrere Experimentierstationen aufgebaut, an denen wir lernen können, wie man einen ein Meter hohen Findling mit dem kleinen
Finger drehen kann und welche Anordnungen von Regenbogenfarben sich mit einem mit Wasser gefüllten Quader erzeugen lassen.
Die Binzer Hauptstraße ist gekennzeichnet durch gepflegte Häuser in Bäderarchitektur mit Türmchen und Veranden sowie
Balkonen. Trotz kräftigen Windes suchen wir zum Abschluss noch die Binzer Seebrücke auf.
Die Seebrücke in Sellin – Foto: E. Brandes
Am zweiten Tag wandern wir über die Seepromenade gen Süden. An dem von dem Binzer Architekten Ulrich Müther als
‚Hyparschale’ gestalteten Betonschalenbau der Rettungsstation Binz biegen wir in einen Waldweg mit der ‚Teufelsschlucht’ und
der ‚Kreuzeiche’ ein, der uns auf und ab über die Stauchendmoränen bis nach Sellin führt. Strahlender Sonnenschein empfängt
uns am ‚Schwarzen See’, einen 15 m tiefen, durch Regenwasser gespeisten See, der mit seinen randlichen Hochmoorbildungen
einen Teil des Biosphärenreservates Granitz bildet. Zum Abschluss bewältigen wir die 99 Stufen der ‚Himmelsleiter’ zum
Strand, die zugleich die Höhe des hiesigen Steilufers dokumentiert. Im ‚Kaiser Pavillon’ der Selliner Seebrücke erwartet
uns in einem holzgetäfelten Raum eine vielseitige Speisekarte, auf der Pfannkuchen mit Lachs sich großer Beliebtheit
erfreut. Nach der Rückfahrt werfen wir noch einen Blick auf den Binzer Strand, um den Tag mit Abendessen und Kartenspiel zu
beschließen.
Am Mittwochmorgen bringt uns der Bus der Linie 20 zum ‚Königstuhl’ und zum Nationalpark Jasmund. Unser erster Weg führt uns
zum Aussichtspunkt mit Blick auf die steilen Kreidefelsen, den kreidehellen Wasserstreifen am Ufer, die herabgestürzten oder
an der Steilwand hängenden Buchen. Besondere Aufmerksamkeit erregt ein gestrandetes Fischerboot. Im Informationszentrum
der Nationalparkverwaltung studieren wir ein Oberflächenmodell sowie zahlreiche Exponate der Flora und Fauna. Ein Film
zeigt uns Eindrücke der Kreidefelsen zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten.
Bei der anschließenden Wanderung auf dem Hochuferweg erfordern die durch die jüngsten Regengüsse bedingten matschigen
Stellen große Vorsicht, um nicht auszurutschen. Bei den tief eingeschnittenen Flüssen helfen Treppen, die steilen Uferwände
zu überwinden.
Am nächsten Tag fahren wir mit dem ‚Rasenden Roland’ zur Bedarfshaltestelle Garftitz. Vorbei an Hügelgräbern und an der
St. Andreas-Kirche in Lancken wandern wir auf die hochgelegene ‚Moritzburg’ mit Sicht über den Having und die
Halbinsellandschaft Südostrügens. Wegen des windbedingten 2 m hohen Hochwassers können wir die Salzwiesen nur auf
schwankenden Brettern durchqueren, ein Fährmann setzt uns nach Baabe über.
Am Donnerstag wandern wir von ‚Sellin Ost’ durch den Wald nach Baabe und von dort am Strand zum hochgelegenen Göhren.
Beim ‚Nordperd’ erreichen wir den südlichsten Punkt unserer Wanderung.
Zum Abschluss genießen wir bei guter Weitsicht vom Turm des Jagdschlosses Granitz den umfassenden Blick über unser
Wandergebiet.
Harald Brandes
(aus: UNSER BLATT 2011, Nr.12, S.5-6)
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VORSTAND :
1. Vorsitzender: Manfred Walter
2. Vorsitzende: Hedwig Sander
1. Schatzmeister: Dr. Harald Brandes, E-Mail: harald.brandes at hamburg Punkt de
Konto: Hamburger Sparkasse (BLZ 200 505 50), Konto 1043/211 851
Kommunales: n. n.
Kulturforum MAGNET 52: Dr. Harald Brandes, E-Mail:
harald.brandes at hamburg Punkt de
Gestaltung der homepage: Dr.
Harald Brandes und Johann Eitmann
Kontakt unter brandes at bv-flottbek-othmarschen Punkt de und johann at eitmann Punkt de
´Unser Blatt´
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